• Mag. Katharina Cont

Die Liebe als Seins-Zustand

Aktualisiert: Mai 11

Was ist Liebe?


Dies ist wohl eine der ältesten philosophischen Fragen der Welt. Nun, möglicherweise gibt es ebenso viele Antworten auf diese Frage, wie es Menschen auf der Erde gibt...


Für mich persönlich ist Liebe nicht etwas, das uns von außen "passiert", wenn wir nur endlich den oder die "Richtige/n" gefunden haben. Vielmehr ist Liebe in meinen Augen eine Fähigkeit - die Fähigkeit dazu, in den Seins-Zustand der Liebe einzutreten. Wir können IN der Liebe sein (oder eben nicht). Im Englischen sagt man hier wunderschön: "I am in love with you", was viel eher ausdrückt, was ich meine, als unser deutsches und doch recht statisches "Ich liebe dich".


Wenn Liebe eine Fähigkeit, ein Seins-Zustand, ist, bedeutet das auch, dass sie per se un-persönlich ist - also nicht an eine Person oder eine Sache gebunden ist. Wer zur Liebe fähig ist, kann alles, jeden und zu jeder Zeit lieben.


Beziehungen hingegen sind es, die sich durch Vereinbarungen, Grenzen & (selbst bestimmten) Regeln definieren, aber nicht die Liebe per se.

So empfinden wir beispielsweise ja nicht nur Liebe, wenn wir in Gegenwart einer bestimmten Person sind. Wir können Liebe für jemanden empfinden, der nicht anwesend oder bereits verstorben ist. Wir lieben unsere Freunde, unsere Familienmitglieder, unsere Haustiere, unsere Pflanzen im Garten und womöglich auch einzelne Gegenstände.


Liebe als Seins-Zustand ist etwas Unbegrenztes, Heilsames und Freies.


Wie wir unsere Liebe dann zum Ausdruck bringen, also welche Handlungen, Gesten, Aussagen, etc. unsere Beziehungen gestalten, bestimmt sich einerseits aus gesellschaftlichen und andererseits aus individuellen Übereinkünften. So gestaltet sich die Beziehung zu unseren Kindern anders als die zu unserem Partner, und doch ist bei beiden eine intensive Liebe die Grundlage.


Durch verschiedene Ereignisse im Innen wie im Außen verlieren wir manchmal den Kontakt zu unserer Liebe. Besonders, wenn wir mit Emotionen wie Kränkung, Wut oder Angst zu tun haben, befinden wir uns für die Dauer dieser Emotion nicht in einem liebe-vollen Zustand, sondern in einem Zustand der Trennung, des Widerstands. Wenn wir innerlich "Nein" zu einer Situation, einem Gefühl, einem Menschen sagen, dann sind wir nicht in der Liebe. Die Liebe sagt "Ja" zu dem, was IST - also auch zu den scheinbar "schlechten" oder schwierigen Aspekten. Einer der wichtigsten Gamechanger für Partnerschaften kann es sein, in Konflikten sein Herz zu weiten und "Ja" zum anderen sagen zu können - so wie er gerade ist. Wenn wir annehmen können, dass der andere gerade nicht perfekt, sondern selbst innerlich im Schmerz und verletzt ist (denn: nur verletzte Menschen verletzen), dann verändert dies grundlegend die Dynamik unserer Begegnung. Wenn wir den Schmerz im anderen sehen, ihn anerkennen und liebevoll auf die Schutzmechanismen des anderen blicken können (die sich als Wut, Ablehnung, Verurteilung, Aggression, Distanziertheit, Kälte, etc. zeigen können), sind wir in einem Zustand der Liebe.


Wenn Liebe eine Fähigkeit ist, würde das bedeuten, dass man sie üben könnte, richtig? Genau! Man kann üben, in sich selbst einen liebevollen Zustand hervorzurufen und somit im schönstmöglichen und kraftvollsten Zustand dem Leben zu begegnen.


Um meine eigene Liebesfähigkeit zu stärken und auch, um innere Konflikte zu befrieden, habe ich mir vor einigen Jahren eine kleine, meditative Übung erstellt - gerne stelle ich sie dir auf Anfrage zur Verfügung! Schreib mir dazu gerne eine Email.


Von Herzen,

Katharina


Liebe findet immer einen Weg!

Mag. Katharina Cont

1050 Wien

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