• Mag. Katharina Cont

Besser streiten - Teil 1: Aufeinander zugehen

In einem Streit ist es oft so, dass wir die Überzeugung haben, wir seien "im Recht" mit dem, was wir fühlen, denken und wahrnehmen. Wir wollen, dass der andere endlich einsieht, dass er falsch liegt, Mist gebaut hat, ungut zu uns war, etc.

Da jedoch beide diese Überzeugung haben, verhärten sich die Fronten, der Streit schaukelt sich auf und irgendwann schreit man sich an oder es fallen verletzende Worte.

In einer heftigeren Auseinandersetzung fühlt sich unser System bedroht - Werte wie Sicherheit, Geborgenheit, Zusammenhalt, Verständnis werden durch den konfliktären Zustand verletzt. Wir schalten daher auf "Kampfmodus" - wir attackieren (schreien, schimpfen, bis hin zu Gewalt), wir flüchten (Türen zuknallen, eine Runde um den Block gehen, etc.) oder wir sitzen es stumm & verletzt aus. All das sind Verteidigungsmechanismen, um für unser System wieder mehr (vermeintliche) Sicherheit & Stabilität herzustellen.


Genau deshalb ist es auch so schwer, in einem Streit einzulenken, weich zu werden und auf den anderen wieder etwas liebevoller zuzugehen. Dieser Schritt erfordert aufzumachen und seinen verletzten Stolz zu überwinden - und das braucht viel Mut! Tun sollte diesen Schritt in Richtung Versöhnung nicht derjenige, der "im Unrecht" war, sondern derjenige, der es als erster kann! Denn egal wie unschuldig du dich fühlst - zum Streiten gehören immer (mindestens) zwei. Und das wichtigste ist nicht, ein Machtspiel zu gewinnen, sondern, dass die Liebe wieder fließen kann.. 💛


Zudem ist es beim Streiten oftmals so, dass unsere inneren Kinder getriggert werden und die Kränkung bzw. Wut, die wir empfinden, gar nicht zu unserem Erwachsenenleben gehört, sondern in Wahrheit aus den Erfahrungen in unserer Kindheit resultiert. Die Bezugspersonen, mit denen wir aufwachsen, sind unsere erste Referenz, wenn es um Nähe, Konflikt, Abhängigkeit, etc. geht. Unsere Partner triggern lediglich alte Wunden, die im Heranwachsen durch die nicht adäquate Erfüllung unserer emotionalen Grundbedürfnisse entstanden sind. Die Arbeit mit dem inneren Kind ist ein echter "Gamechanger" in Beziehungen, gerade in solchen, die sehr konfliktreich sind.


Im nächsten Post "Besser streiten: Teil 2 - Kommunikation" gebe ich dir Tipps, wie du in einem Streit besser kommunizieren kannst.


Von Herzen,

Katharina



Hier geht es zu Teil 2: "Besser streiten - Teil 2: Kommunikation"


Liebe findet immer einen Weg!

Mag. Katharina Cont

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